Vortrag Rositz
Mehr als 300 Besucher tauchten Im Kulturhaus ins Rositz in die Vergangenheit ein, die geprägt war von Tagebauen, Kraftwerken Maschinen- und Papierfabriken. Die 2-stündige Reise erkundete die Zuckerfabrik in Zechau, die Brikettfabriken in Kriebitzsch und die Kohlebahn Meuselwitz. Von Meuselwitz wurde noch ein kleiner Abstecher nach Lucka zur Wellpappenfabrik und nach Bünauroda zur Eisengießerei unternommen. Über 150 historische Aufnahmen, 2 digitalisierte Farbfilme aus den 1950-er Jahren sowie Zeitzeugeninterviews versetzten die Interessenten in eine Zeit zurück, in der Fortschritt und Aufschwung einer gesamten Region am Wohl und Wehe der Industrie hing.
Die Jungend staunte und die Älteren schwelgten in Erinnerungen, denn der 09.11.1989 und die damit verbunden Veränderungen, führten zu einer fast vollständigen Deindustrialisierung des Altenburger Landes. Der Vortrag erinnerte auf eine kurzweilige und lockere Art an dieses Erbe und hat seinen Teil dazu beigetragen dieses Kapitel Ostthüringer Geschichte für die Zukunft zu bewahren.
Eröffnung Viadukt Nirkendorf
Das erste Viadukt ist fertiggestellt – Nirkendorf hat seit dem 03. September 2022 eine Radweg- und Wanderbrücke
24°C, Sonnenschein von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang und mehrere Hundert zufriedene Gesichter – das ist die Belohnung für 13 Jahre Ausdauer und Hartnäckigkeit. Am Samstag den 3.9. um Punkt 14.00 Uhr hat der Viaduktradweg e.V. das Nirkendorfer Viadukt der Bevölkerung als Wander- Radwegbrücke zur Nutzung übergeben. Und die Menschen strömten von nah und fern um dieses Ereignis hautnah mitzuerleben. Die Schalmeien aus Frohnsdorf, personell noch von Mitgliedern des Schalmeienorchesters Ehrenhain verstärkt, haben lautstark und eindrucksvoll dem Altenburger Land von diesem einzigartigen Ereignis verkündet und nach erfolgtem Banddurchschnitt wurde die Brücke von westlicher und von östlicher Seite von den wartenden Menschen-massen regelrecht geflutet. Für die Vereinsmitglieder war das ein wahrer Gänsehautmoment.
Doch bis dahin war es ein langer Weg. So richtig angefangen hatte es 2018. Da riefen der Verein und die Naturforschende Gesellschaft Altenburg e.V. nach mehrjähriger Planungs- uns Vorbereitungszeit zum ersten Arbeitseinsatz als Vorbereitungsmaßnahme zur Schaffung des 1. Abschnittes des zukünftigen Viaduktweges auf und ca. 100 Unterstützer kamen. Die Organisatoren waren damals schon überwältigt von der Anzahl der freiwilliger Helfer. Zum ersten Mal wurde damit auch die Verbundenheit und Identifikation der Wierataler, Nobitzer und Altenburger mit den historischen Brückenbauwerken sichtbar.
Nach diesem gelungenen Auftakt wurde die Strecke bis zum Frühjahr 2020 durch die Naturforschende Gesellschaft Altenburg e.V. zwischen Kotteritz und dem Bahnhof Beiern-Langenleuba vollständig besandet und zur Nutzung für Wanderer und Radfahrer hergerichtet. Durchgeführt wurden die Arbeiten von der Firma „Kern Straßen- und Tiefbau GmbH“ in Zusammenarbeit mit dem „Kieswerk Heim“ aus Nobitz.
Der Viaduktradweg e.V. konnte parallel dazu erfolgreich das Land Thüringen für das Projekt begeistern und erhielt vom Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft 2021 einen ersten positiv beschiedenen Fördermittelbescheid, mit dem die Umbaumaßnahmen in Angriff genommen werden konnten.
2021 fiel der Startschuß für die „GÖL GmbH“ aus Weida, um zusammmen mit dem „Planungsbüro Lorenz“ aus Altenburg, die Projektion für den Umbau der Brücke in Nirkendorf zu erarbeiten. Die Firma „Kern Straßen- und Tiefbau GmbH“ wurde mit der Umsetzung beauftragt. Die Liste der nun zwingend erforderlichen Arbeiten war lang.

Los ging es mit dem Entfernen des Aufwuchses, der sich in den Jahren der Nichtnutzung auf dem Viadukt ausgebreitet hatte. Dann die Entwässerung freilegen, auf Funktionsfähigkeit prüfen und die neuen Regenabllaufrinnen daran anbinden. Danach die Betonfundamente für die Geländerstützen gießen – alle 1,20m eine, soll ja schließlich auch halten. Anschließend noch den Unterbau für die Asphaltdecke aufbringen damit wir endlich schwarz sehen können. 720 m² waren herzustellen. Spektakulär anzusehen und vor allem haben wir dank der „Belastungsprobe“ jetzt die Gewißheit, daß die Brücke das Gewicht der zukünftigen Nutzer tragen wird. Das beruhigt doch ungemein! Als Nächtes rückte die Bohrlafette an und hatte ordentlich zu tun. 370 Bohrungen, jeweils 60 cm tief waren erforderlich. Da glühte der Bohrkopf. Zum Schluß noch das Geländer installieren – insgesamt 460m und das Werk ist vollbracht. Ein schöner Moment.

200.000,- € – eine Investition in die Zukunft, in Nachhaltigkeit und Wertschöpfung. Das Altenburger Land ist damit um eine ganz besondere Sehenswürdigkeit bereichert worden und das Wieratal behält seine identitätsprägenden Bauwerke auch zukünftig.

















































